Tiere

Gespinster

6. Juli 2018
Dieses Jahr gibt es keine James Grieve-Äpfel.

In diesem Jahr ist es aber auch besonders schlimm. Die Apfelspinner haben in meinem Garten ihr Unwesen getrieben und einen Baum musste ich so stark zurückschneiden, der steht jetzt sogar ganz nackig da.

Spinner gibt es viele – nein, jetzt kommt kein schlechter Scherz. Es sind Gespinstmotten, die ganze Bäume einspinnen können, was ziemlich gespenstisch wirken kann. Bei uns in der sogenannten „Wildnis am Dornbusch“ habe ich 2014 mal solche Bäume gefunden, die schon wieder fast was Elegant-Schauriges hatten. Hier drei Bilder davon – auch das Beitragsbild stammt von damals:

Ist fast schon gespenstig, der grau-weiße Baum.
Wie mit einem Netzschlauch ist alles überzogen.
Und hier sieht man die kleinen Raupen. Bereit zum Fressen oder Gefressen werden.

 

Eingesponnen und drumherum zerfressen – da sind schon einige geschlüpft oder haben vor dem Verpuppen ordentlich gefressen.

Aber zurück zu den Apfelspinnern, die eigentlich Apfelwickler heißen. Das sind Falter, die ihre Eier wie alle Schmetterlinge dorthin legen, wo die Larven später viel passende Nahrung finden, hier auf Blätter und Früchte von Apfelbäumen. Wenn die Larven dann schlüpfen, ernähern sie sich von den Früchten, verpuppen sich und entweder entwickeln sie sich rasch zum Falter oder sie überwintern im Kokon. Bei wärmerem Wetter können in einem Jahr mehrere Generationen vorkommen. Ich fürchte, das hat uns dieses Jahr getroffen.

Eng zusammengekuschelt wächst hier die nächste Generation heran.

Plötzlich findet man Teile der Apfelbäume mit einem Gespinst bedeckt, in dem die Raupen des Nachtfalters wachsen. Sie sind gut eingepackt, wie man im Photo sehen kann.

Blattskelette nach Gespinstbefall.

Was man dann an seinen Bäumen findet sind abgefressene Blätter und natürlich kaputte Früchte. Alles in allem ein ziemlich trauriger Anblick.

Aber was kann man nun dagegen tun? Abschneiden, einsammeln, entsorgen – und zwar im Restmüll. So lautet die Maxime. Ich habe einen giftfreien Garten, doch für alle anderen: Wer möchte schon die Äpfel vergiften, die er später essen wird?

Im Netz habe ich eine Methode gefunden, die ich sehr charmant finde, mal wieder ein Beispiel für entspanntes Gärtnern im Einklang mit der Natur: Neben Abschneiden kann man auch mit einem scharfen Wasserstrahl die Kokons vom Baum lösen. Auf dem Boden sind die Larven ein willkommenes Futter für die Vögel. Überhaupt sollte man Gartenvögel unterstützen, sie können Massen an Raupen an ihre Nachkommen verfüttern. Mal wieder eine Win-win-Situation für Gärtner und Gäste.