Nutzpflanze

Aloe

22. September 2018

Seit gestern ist es herbstlich und kühl – hurra! Und es hat sogar länger geregnet. Noch längst nicht genug, Rasen und Beete ähneln Steppen, aber ich hoffe auf einen verregneten Herbst. Da wird es Zeit, einmal auf eine Pflanze zu schauen, die von dem heißen Sommer profitiert hat: Mein Aloe vera. Vor 1-2 Jahren wurden mir drei kleine Pflanzen geschenkt, die sich zu großen Pflanzen mit vielen Ablegern entwickelt haben. Zu viel für meinen kleinen Balkon, auf dem ich dieses Jahr auch Platz haben wollte, deshalb hieß es in diesem Frühjahr: Raus mit 2 Pflanzen ins Beet.

Die eine Pflanze hat sehr gelitten: Vögel haben sich über sie hergemacht und wahrscheinlich das gute Aloe-Gel herauspicken wollen. Kann das sein? Jedenfalls wurde sie heftigst angepickt und beschädigt, sodass ich schon daran dachte, sie in Sicherheit zu bringen. Aber sie hat überlegt und – vielleicht aus Panik vor dem Absterben – noch einige Ableger hervorgebracht.

Die andere Pflanze wurde verschont, warum auch immer. Ihr ging es so gut, dass sie geblüht hat, für mich ein absolutes Novum. Zunächst entdeckte ich den Stand mit den Knospen. Er entwickelt sich aus der Mitte, die Knospen sind prall und stehen aufrecht, bevor sie sich öffnen und dann nach unten hängen (siehe Titelbild). Ihre dunkle Färbung wandelte sich in ein zartes Orange, die Staubbeutel ragen ein Stück aus den filigranen Blütenblättern heraus. Bezaubernde Blüten, exotisch und wunderschön.

Die Pflanze ist ganz sicher ein Gewinn für meinen Garten gewesen. Doch so langsam muss ich überlegen, wann ich die beiden ausgrabe und wieder mit nach Hause nehme. Wo soll ich sie hinstellen? Und was mache ich mit ihren ganzen Ablegern? Früher hatte man immer eine Aloe-Pflanze in der Küche, so habe ich gehört, damit man, wenn man sich an den heißen Öfen verbrannt hatte, rasch ein Blatt abbrechen und die verletzte Stelle mit dem Gel bestreichen konnte.

Die Wüstenpflanze über den Winter zu kriegen, ist für mich bisher kein Problem gewesen: Ich habe sie einfach immer wieder über längere Zeit vergessen. Damit ging es ihr sehr gut. Ich wünsche mir für’s nächste Jahr beileibe keinen solchen Sommer wie dieses Jahr, aber für meine Aloe und auch meine Feige war es das Jahr. Aloe-Blüten und, wenn ich jetzt schnell genug bin, eine Feigenmarmelade. Etwas Positives kann ich also aus diesem schrecklich heißen und trockenen Sommer ziehen.