Nutzpflanze

Jamaica-Thymian

16. Januar 2019

Immer mal wieder begegne ich in unserem örtlichen Supermarkt in der Kräuterecke ungewöhnlichen Pflanzen. So habe ich mir schon einen Alant in den Garten gepflanzt und auf meinem Balkon blühte dieses Jahr ein Eiskraut.

Vor einiger Zeit ist mir ein Jamaica-Thymian ins Netz gegangen und bei den Recherchen dazu habe ich Erstaunliches gefunden: Nutzpflanze, Arzneipflanze, Duftpflanze und eine eigene Homepage – das kann nicht jede Pflanze vorweisen.

Doch zunächst zu den grundsätzlichen botanischen Fakten: Auf der Verpackung  steht Coleus amboinicus ssp. – für alle Botaniker ein Graus, denn ssp. (korrekt subsp.) steht für Subspecies (Unterart) und da sollte auch ein Name, nämlich der Name der Subspecies, danach geschrieben stehen. Aber ich komme vom Thema ab. Mein schlaues Handwörterbuch der Pflanzennamen sagt mir, dass die Gattung Coleus jetzt Plectranthus heißt, zu Deutsch Buntnessel, Harfenstrauch, Mottenkönig (!!!), und die Art, die ich gekauft habe, Plectranthus amboinicus. Aber hier findet sich auch eine Unterart, Plectranthus amboinicus subsp. australis, die auch Plectranthus parviflorus heißt und keine Nutzpflanze ist. Schreck! Aber ein kurzes Reiben der Blätter hat ein tolles Aroma ergeben, also sollte ich die richtige Art haben. Sie ist Teil der Familie der Lamiaceae, also der Lippenblütler, zu denen auch so bekannte Gewürze wie der Rosmarin oder der Salbei gehören. Sie ist nach den dort abgedruckten Symbolen eine Staude, also ausdauernd, immergrün, und gehört in die Winterhärtezone 10, was bedeutet, dass eine frostfreie Überwinterung notwendig ist. Weiter stehen dort Symbole für Warmhaus, Arznei- und Nutzpflanze.

Mein Lieblings-Kräuter-Spezialist im Netz, Rühlemann’s, bietet diese Pflanze auch an und ist begeistert. Na, das ist doch was. Der Text auf der Verpackung ist fast wortgleich mit dem ersten Absatz dort, aber hier lerne ich auch: Der Jamaica-Thymian steht gerne sonnig (das hätte ich bei den etwas dickeren Blättern gar nicht so vermutet, aber ich finde heraus, dass sie halbsukkulent ist) und darf nicht über längere Zeit unter + 12 °C ausgesetzt sein. Klar, bei dieser Winterhärtezone und der Warmhaus-Empfehlung. Wenn die Temperaturen zu stark schwanken, also nachts oder auch tagsüber unter 12 °C fallen, muss ich sie reinholen. Nun, das ist natürlich längst geschehen. Weiter erfahre ich, dass sie mich, wenn alles gut geht, im Winter mit rosa Blüten erfreuen wird, danach sieht es bisher nicht aus, aber sie wächst gigantisch. Eine unkomplizierte Pflanze, so scheint es. Danke Rühlemann’s für die Infos!

Und überall steht, dass sie ganz einfach durch Stecklinge zu vermehren ist. Also kann man sie auch gut verschenken. Klingt gut.

Nutzpflanze

Der Text auf der Verpackung preist diese Pflanze an als „eines d. wichtigsten Gewürze in d. jamaikanischen, mexikanischen u. spanischen Küche. Ausgeprägtes, mildes Thymianaroma, gut an Salat.“ Im Netz lese ich einiges zu gutem Aroma, zu sehr kräftigem Aroma, aber auch zu nur leichtem Aroma mit bitterem Abgang. Das werde ich testen. Rühlemann’s Tipp ist, ganz fein geschnittene Blätter in den Kartoffelbrei zu geben. Klingt sehr lecker! Auf jeden Fall sollte man die Blätter nicht zu lange mitkochen, sondern erst am Ende hinzugeben. Empfohlen wird sie zu Tomatensauce, Fleisch-, Fisch-, Bohnengerichte, Pfannkuchen …

Arzneipflanze

Bei meiner Suche entdecke ich einen sehr interessanten Artikel auf den Aromatherapie-Seiten von Eliane Zimmermann, bemerkenswert und gut belegt, auf diesen Seiten war ich nicht das letzte Mal. Hier findet sich auch der Link zu der Seite, auf der es allein um den Jamaica-Thymian geht – aber da handelt es sich um eine esoterische ich-teile-diese-Pflanze-mit-der-Welt-Aktion, nicht mein Ding. Laut Frau Zimmermann und einer Studie helfen die Inhaltsstoffe bei verschiedenen Leiden, lest nach und habt Spaß auf diesen tollen und informativen Seiten.

Fazit:

Eine robuste, schnell wachsende, leicht zu vermehrende Pflanze, die schmeckt und gut duftet. Das klingt nach einem treuen Begleiter für die nächsten Jahre.