Nutzpflanze

Apfelsorten

14. Oktober 2015

Fünf Apfelbäume zieren meinen Garten. Einer steht vorne in der Wiese, die anderen reihen sich aneinander entlang der linken Seite. Da ich auf Äpfel allergisch reagiere, war ich anfangs skeptisch und knabberte zögerlich an den Früchten. Doch siehe da: beim ersten keine Reaktion. So konnte ich nach etwa 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen rohen Apfel essen. Der stammte von dem Baum auf der Wiese. Letztes Jahr habe ich ihn bestimmen lassen, es ist die „Rote Sternrenette“, eine alte Sorte (von der ich heute leider kein Photo einstellen kann, weil sie dieses Jahr aussetzt).

Allergiker vertragen manche alte Sorten eher als die modern gezüchteten. Das liegt an den Polyphenolen, die in vielen alten Sorten noch enthalten sind. Wer sich dafür interessiert, der schaue mal auf die speziellen Seiten vom BUND. Ein Mitglied des Pomologen-Vereins gab mir diesen Tipp. Ich traf ihn, als ich vor kurzem bei einem Apfelfest meine anderen vier Sorten bestimmen lies.

Mein Kaiser Wilhelm

Somit weiß ich nun, dass ein Apfelbaum in meinem Garten, dessen Früchte ich auch vertrage, auf den Namen „Kaiser Wilhelm“ hört. Im Internet las ich, dass er beim Lagern mürbe wird ist, doch das ist nicht schlimm, ich esse ihn vom Baum. Er schmeckt wunderbar saftig, ist von einem satten Rot und hat zum Glück sehr große Früchte.

Der elegante James Grieve

Daneben steht ein edler englischer Tafelapfel: „James Grieve„. Den habe ich noch nicht probiert, doch das wird nächstes Jahr nachgeholt. Dies ist ein früher Apfel, wie mir das Internet verriet (weswegen ich ihn nie erntete, weil ich immer zu spät dran war), und wurde zum Brennen von Alkohol verwendet. Er eignet sich für Saft, Kuchen und Marmelade. Hmmm. In Zukunft weiß ich, dass ich ihn früh probieren und eventuell essen oder verarbeiten kann, wenn die anderen Äpfel noch nicht reif sind.

Eher nichts für Allergiker: Golden Delicious

Danach kommt ein „Golden Delicious“. Brrr, der ist gar nichts für Allergiker. Es hat mich gewundert, warum mein Vor-Pächter (oder der vor ihm …) diesen Apfel gepflanzt hat, bis ich las, dass der „James Grieve“ zur Befruchtung Cox Orange, Golden Delicious oder auch Jonathan benötigt. Also hat mein Vorvorgänger alles durchdacht, auch wenn ich den Jonathan vielleicht vorgezogen hätte… Aber da ich Äpfel in verarbeiteter Form vertrage, kann ich laut Internet aus diesem Apfel besonders gut Apfelmus und Obstbrand herstellen.

Lagerapfel: Ontario

Schließlich findet sich noch eine ursprünglich kanadische Apfelsorte in meinem Kleingarten: „Ontario“. Mit diesem Apfel kam ich bisher überhaupt nicht zurecht, jetzt weiß ich warum: Dies ist ein Lagerapfel, den man am besten erst im nächsten Jahr und dann besonders gut zum Backen verwendet.

Also: Allergiker guckt nach alten Apfelsorten! Und Kleingärtner lasst Eure Apfelsorten bestimmen, denn dann erfahrt Ihr nicht nur alles über Ansprüche und Ernte, sondern auch wozu sie besonders gut zu verwenden sind.

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  1. Liebe Ruthild,
    danke für diesen spannenden Artikel!
    Es ist denke ich auch eine ganz andere Sache einen Apfel aus dem eigenen Garten zu essen, wo man genau weiß, wie der Baum behandelt wurde!
    Das erhöht sicherlich den Genuss.
    Bitte weiter solche Artikel die von der Botanik bis zum Teller 😉
    Viele Grüße
    Daniel

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