Buchbesprechung

Mischkultur im Hobbygarten

23. Januar 2018

Es war das erste Buch, das ich mir für meinen Kleingarten gekauft habe. Ein schmales Büchlein, herausgegeben von den Benediktinerschwestern in Fulda, das mir anfangs sehr viel geholfen hat. Später habe ich dann eher drauflos gegärtnert, aber jetzt nehme ich es wieder zur Hand, denn in diesem Jahr möchte ich ja den hinteren Garten besser strukturieren und auch wieder in Mischkultur Gemüse anbauen.

Warum Mischkultur?

Monokulturen sind das beherrschende Bild in der Landwirtschaft, und auch in den Gärten, doch da verschwinden sie zum Glück oder sind schon verschwunden. Beete mit Kohl oder Karotten oder Salat oder Zwiebeln können vielleicht übersichtlicher sein und die Planung erleichtern, aber sie sind nicht naturgemäß. Mono- oder Gleichkulturen finden sich in der Natur vielleicht mal, wenn extreme Verhältnissen es nur bestimmten Pflanzen erlauben, an bestimmten Standorten zu wachsen; und selbst dann wird es kaum nur eine Art sein, die sich dort behauptet.

Ansonsten ist Konkurrenz das Gebot der Stunde: Was irgendwo wachsen kann, wird dort wachsen – wenn die Samen dorthin gelangen. Jede Pflanze wird versuchen, sich zu behaupten und letztendlich werden sich die Pflanzen etablieren, die am besten an den Standort angepasst und am konkurrenzstärksten sind. Es entsteht eine Mischkultur.

Diese ahmt der Gärtner nach: Pflanzen werden in einem Beet gemischt und dabei achtet man darauf, was gut zusammen wächst. Natürlich wird man nie die Natur imitieren können. Man nutzt aus,

  • dass bestimmte Pflanzen sich gegenseitig beeinflussen – positiv und negativ
  • dass verschiedene Wurzeltiefen den Boden nicht in einem Bereich von Nährstoffen auslaugen
  • dass verschiedene Pflanzen verschiedene Nährstoffe nutzen
  • dass wie in der Natur der Boden beschattet wird, indem man verschieden hohe Pflanzen mit verschieden großen Blätten pflanzt
  • dass Krankheiten und Schädlinge durch Partnerpflanzen nicht so sehr angelockt oder gar vertrieben werden
  • dass manche Pflanzen sich gegenseitig im Wachstum fördern

Kurz: Bodenmüdigkeit wird vermieden und die Gesundheit der Pflanzen gefördert.

Was bietet das Buch?

Hier kann man auf knappem Raum nachlesen und -ahmen, was Mischkultur bedeutet, welche Pflanzen zueinander passen und wie man eine Mischkultur anlegt und unterhält. Die Vorzüge der Mischkultur, der Anbau in Reihen und Beeten, auch Mischkulur mit Kräutern und Blumen oder im Obstgarten werden vorgestellt. Welche Handgriffe braucht man? Wie sieht naturgemäßer Pflanzenschutz aus? Ein ausführlicher Ratgeber, der in jede Tasche passt.

Das tolle sind aber die Modellbeete – so möchte ich sie mal nennen. Mit einfachen Zeichnungen werden Beete gezeigt und welche Pflanzen man im Laufe des Jahres pflanzen oder säen soll. So hat man gleich etwas, was man nachahmen kann, bevor man selbst mit der Kunst der Pflanzenkombinationen startet. Listen von Gemüse und Obst mit ihren günstigen und ungünstigen Partnern sind dabei eine große Hilfe.

Buchtitel etc.

Christa Weinrich OSB, Mischkultur im Hobbygarten, ulmer-Verlag